Hier ein paar Facts, damit ihr schon einmal grob euren „Urlaub“ planen könnt:
- Abfahrt in Valogne / Franreich am Samstag, 08. November, abends
- Ankunft an der Grenze Frankreich / Deutschland: 09. November, nachmittags
- Ankunft Dannenberg: Sonntag, 09.11., nachmittag / abend
- Straßentransport Dannenberg – Gorleben: Montag, 10.11., früher morgen
Castor – Transport in das TBL Gorleben: Ablauf
Mit Regelmäßigkeit wird Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich nach Deutschland zurückgebracht. Seit 2001 rollten im jährlichem Rythmus jeweils 12 Behälter. Die Ausnahme macht das Jahr 2007, wo die Behörden und Betreiber der Anlagen wegen Genehmigungs- und Fertigungsschwierigkeiten zum Dank der überlasteten deutschen Polizei keinen Transport planten.
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) genehmigt Transport
Die erste deutsche Instanz, die im Vorfeld eines jeden Castortransports harte Fakten präsentiert, ist das BfS. Es genehmigt auf Anforderung der Betreiber den Transport von Castorbehältern und veröffentklicht diese in einer Liste auf der Webseite des BfS. Diese Genehmigung beinhaltet einen Zeitraum, der den Zeitpunkt der Durchführung des Transport einschränkt. Es handelt sich hierbei um einen relativ großen Zeitraum, an dem der genaue Termin nicht herauszulesen ist.
Generell machen die Verantwortlichen jedes Jahr ein Geheimnis aus dem genauen Transportzeitpunkt – über die Jahre hat sich jedoch die erste bis dritte Novemberwoche immer wieder bestätigt: 2001: 12.-14.11., 2002: 11.-14.11., 2003: 9.-12.11., 2004: 7.-9.11., 2005: 19.-21.11., 2006: 10.-13.11.
Es gab zum Transport 2006 eine Veränderung, nämlich zogen die Verantwortlichen die Abfahrt des Zuges in Frankreich um einen Tag vor, sodass der Castor bereits am Sonntag das Wendland erreichte. Gemunkelt wurde, dass die Polizei dadurch einen Tag an Personalkosten sparen wollte.
Polizeipräsenz steigt
2006 stieg bereits Ende September – 6 Wochen vor dem Transport – die Polizeipräsenz im Wendland stark an. Zwei Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei waren gemeinsam mit Kräften der Bundespolizei in Lüchow-Dannenberg damit beschäftigt, die Transportstrecke zu überwachen und abzusichern.
Urlaubssperre bei Polizei und Allgemeinverfügung
Nachdem die Presse bereits etliche Artikel über den wieder anrollenden Atommüll geschrieben hat, machen Gerüchte über Urlaubssperren bei der Polizei und Bundespolizie für die Transportwoche die Runde. Der zu diesem Zeitpunkt genannte Zeitraum ist meist deckungsgleich mit dem tatsächlichen.
Etwa zwei-drei Wochen vor der Ankunft des Castors im Wendland wird die Allgemeinverfügung erlassen, die Demonstrationen und Versammlungen innerhalb eines bestimmten Bereiches um die Schienen und Strassen, die für den Transport genutzt werden, in einem bestimmten Zeitraum verbietet. Spätestens jetzt ist klar, wann der Castor kommt. Lediglich Verschiebungen (wie 2006) um einen Tag sind möglich.
Tieflader erreichen Dannenberg – Vorbereitungen der Polizei auf Hochtouren
Spätestens in der letzten Oktoberwoche erreichen mehrere Hundertschaften der Polizei das Wendland und beziehen Stellung in ihren Quartieren, zum größten Teil mobile Wohncontainer auf den Gelände des Erkundungsbergwerkes Gorleben, in der Vergangenheit gab es aber auch schon Containersiedlungen in der Nähe des Verladekrans. 2005 ist eine solche Containerunterkunft abgebrannt.
An der Castor-Strecke von Dannenberg bis nach Lüneburg werden Stacheldraht und Sperrgitter aufgestellt.
Eine Woche vor dem Transportbeginn erreichen dann per Bahn die Tieflader, auf denen die Castoren auf der Straße transportiert werden, den Verladebahnhof Dannenberg-Ost.
Transport La Hague – Valognes
Der Transport der zwölf Castorbehälter von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague zum Verladebahnhof Valognes (Areva-Terminal) findet mithilfe von Tiefladern auf dem Straßenweg statt. Die Castoren werden im Anschluss in Valognes auf Schienenwaggons verladen. Die Entfernung La Hague – Valognes beträgt ca. 30km.
Start des Castortransports
Begleitet von einem großen Medienaufgebot verlässt der Castortransport den Verladebahnhof Valognes. In Frankreich setzt sich der Zug meist wie folgt zusammen: vorn eine Lok, zwei Wagen mit CRS (Polizei), zwölf Castoren, ein Wagen mit CRS und am Ende noch eine Lok. Im Gegensatz zu Deutschland fahren wesentlich weniger Polizeibeamte mit.
Der Castortransport rollt durch Frankreich bis zum Grenzübergang Lauterbourg / Wörth, westlich von Karlsruhe.
• Transportverlauf: [ Transportstrecke Frankreich ]
Fahrzeit Valognes – Lauterbourg:
• 2006: Abfahrt: 19.50 Uhr – Ankunft: ca. 16:30 Uhr – 20,5 Stunden, laut Fahrplan 2 Std. Verspätung
• 2005: Abfahrt: 19.25 Uhr – Ankunft: 12:00 Uhr – 16,5 Stunden (planmäßig)
Castor erreicht Deutschland
Nach einem Logistikstopp in Wörth (Personalwechsel, Tausch der Loks und Waggons) sieht der Castorzug folgendermassen aus:
• 2x rote Diesellok vorne, 1x blauer Personenwagen mit Gepäckabteil, 5x beigeblauer Personenwagen, 12x Castor, 5x beigeblauer Personenwagen, 1x blauer Personenwagen mit Gepäckabteil, 2 x rote Diesellok hinten (= Zugzusammenstellung in 2005)
• [ Zugbeschreibung Castortransport ]
Der weitere Transportablauf und die Dauer sind von der gewählten Strecke abhängig:
• [ Transportstrecken in Deutschland ]
• [ Fahrzeiten in Deutschland ]
Logistikstopp vor dem Wendland
Bevor mit dem Wendland die letzte Etappe des Castorzuges erreicht wird, muss ein weiterer Logistikstopp eingelegt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
a) Güterbahnhof Hannover-Seelze
• bei Nutzung der Transportstrecke über Elze – Hannover (2002, 2004)
• bei Nutzung der Transportstrecke über Hameln – Hannover (03/2001, 2006)
Hier wird meist der Güterbahnhof Hannover-Seelze an der Bahnstrecke Richtung Wunstorf genutzt. Wiederrum bedeutet dies nicht, dass der Zug in Richtung Wunstorf weiterfährt. Dieser Stopp dauert ca. 1,5 Stunden. Möglich ist aber auch die Wahl für den Güterbahnhof Lehrte.
b) Güterbahnhof Lehrte
• bei Nutzung der Transportstrecke über Hildesheim – Lehrte (1997, 2003, 2005)
c) Rangierbahnhof Maschen
• bei Nutzung der Transportstrecke über Rotenburg – Buchholz (11/2001, 2002)
Verladebahnhof Dannenberg-Ost
Im Verladebahnhof Dannenberg-Ost werden die Castorbehälter nach Ankunft rangiert, d.h. die Personenwaggons und großen Diesel-Loks von den Castorwaggons abgekoppelt. Die Castorbehälter werden dann einzeln unter den Verladekran geschoben, wo sie von den Schienenwaggons auf LKW-Tieflader umgeladen werden.
• Dauer des Umladens von 12 Castorbehältern: 6 Stunden
Schienentransporter für Castorbehälter
Die für die Überführung der Castorbehälter über den Schienenweg erfolgt in speziellen Waggons der deutschen Bahn. Diese Waggons existieren heute in zwei farblichen Ausführen: mit grünem und mit blauem Gestell. Vorher wurden herkömmliche Schwerlastwaggons genutzt (Bsp. Castortransport 1996).
Anbieter für Castortransporte ist die Firma Nuclear Cargo + Service GmbH (NCS) mit Sitz in Hanau. Zum 01.01.2007 wurde die ehemelige Tochter der deutschen Bahn an die französische Firma Daher mit Sitz in Marseille verkauft.
• [ Nuclear Cargo + Service GmbH (NCS) ]
• [ Zugbeschreibung Castortransport ]
Strassentransport Verladekran Dannenberg-Ost – Zwischenlager Gorleben
Für die Überführung der Castorbehälter in das Zwischenlager Gorleben auf dem Strassenweg werden Tieflader eingesetzt. Die letzten 20km können auf zwei unterschiedlichen Routen erfolgen:
Die Überführung dauert ca. 1 Stunde.
• [ Verladekran Dannenberg-Ost ]
• [ Transportbehälterlager (TBL) Gorleben ]
Strassentransporter für Castorbehälter
Die für die Überführung der Castorbehälter vom Verladebahnhof Dannenberg-Ost zum Zwischenlager Gorleben eingesetzten LKW sind Spezial-Tieflader, gezogen von herkömmlichen Schwerlast-Zugmaschinen mit ca. 500 PS.
Anbieter für derartige Schwerlasttransporter ist die Firma Nuclear Cargo + Service GmbH (NCS) mit Sitz in Hanau. Zum 01.01.2007 wurde die ehemelige Tochter der deutschen Bahn an die französische Firma Daher mit Sitz in Marseille verkauft.
• [ Nuclear Cargo + Service GmbH (NCS) ]
2001 wurden die Castor-Behälter auf den Tiefladern mit einem speziellen Transportgestell und darübergezogener Plane transportiert. Seit 2003 nutzen die Verantwortlichen Hauben aus Metall, die zusätzlich mit Lüftungsschlitzen versehen sind (und Kernenergie-Werbung).